ERP-Systeme sind die Basis optimaler Prozesse in Unternehmen. Gleichzeitig gelten Sie als Rückgrat der Digitalisierung. Insofern spielt ERP (Enterprise Resource Planning) eine zentrale Rolle für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Doch welche Aspekte sprechen eigentlich konkret dafür, eine ERP-Lösung einzuführen? Dieser Artikel beschreibt die sechs größten Vorteile, die ERP-Software für Unternehmen mit sich bringt.

Das wichtigste in Kürze

ERP-Systeme liefern sechs zentrale Vorteile: Effizienzsteigerung durch Prozessautomatisierung, Kostensenkung durch optimierten Ressourceneinsatz, höhere Datensicherheit und Compliance, Skalierbarkeit für Wachstum, bessere Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg und fundierte Entscheidungen dank integrierter Business Intelligence. Der gemeinsame Nenner: Eine zentrale Datenbasis ersetzt Insellösungen, eliminiert Systembrüche und macht alle Bereiche transparent steuerbar.

Effizienzsteigerung

Einer der größten Vorteile von ERP ist sicherlich die Effizienzsteigerung, die mit der Implementierung eines entsprechenden Systems einhergeht. Erreicht wird diese vor allem durch die Verschlankung, Optimierung und Automatisierung von Prozessen. Aber auch die Verfügbarkeit von Echtzeit-Informationen leistet einen Beitrag.

Automatisierung von Geschäftsprozessen

Ein ERP-System bildet alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens in einem zentralen System ab. Gleichermaßen stellt es sämtlichen Prozessbeteiligten eine einheitliche Datenbasis zur Verfügung. Hieraus ergeben sich mehrere Vorteile. Zunächst können Prozesse über die Abteilungsgrenzen hinweg weitaus schneller und reibungsloser ablaufen. Weiterhin gehören Systembrüche und manuelle Datenübernahmen der Vergangenheit an. Ein großer Hebel für mehr Effizienz ist darüber hinaus die Automatisierung von Prozessen. Viele moderne ERP-Systeme bieten hierzu mittlerweile entsprechende Möglichkeiten. Einige Beispiele sind:

  • automatische Bestellungen beim Erreichen des Meldebestands
  • automatische Verarbeitung von Eingangsrechnungen
  • automatisiertes Mahnwesen
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Echtzeit-Datenverfügbarkeit

Für mehr Effizienz sorgt zudem die Tatsache, dass moderne ERP-Software Echtzeitdaten zur Verfügung stellt. Das heißt: Alle am Prozess beteiligten Mitarbeiter können jederzeit sehen, in welchem Status sich ein bestimmter Vorgang befindet. Hierdurch erübrigen sich aufwendige Rückfragen. Ebenso werden Doppelarbeiten aufgrund fehlender Informationen vermieden.

Kostenoptimierung

Eine ERP-Lösung steigert nicht nur die Effizienz, sondern führt auch zu Kosteneinsparungen. Realisiert werden diese in erster Linie durch die Rationalisierung und Automatisierung von Prozessen (siehe vorheriger Absatz). Doch auch die verbesserte Ressourcennutzung trägt zur Kostenoptimierung bei.

Reduzierung von Betriebskosten

Gute ERP-Software sorgt dafür, dass Geschäftsprozesse schneller und reibungsloser ablaufen können. Dies wiederum spart Zeit und senkt somit den Personalaufwand. Daneben kann die Ablösung von Altsystemen durch ein neues ERP die IT-Kosten reduzieren, da die Wartung und Anpassung moderner Software meist weniger Aufwand verursacht. Erfolgt der Umstieg auf ein Cloud-ERP, entfallen obendrein die Kosten für eigene Server-Hardware.

Optimierte Ressourcenallokation

Wie der Name (ERP = Enterprise Resource Planning) bereits sagt, besteht eine Kernaufgabe von ERP-Lösungen in der Planung von Unternehmensressourcen. Konkret sind dies Kapital, Personal, Material und Betriebsmittel. Gute ERP-Systeme sorgen dafür, dass all diese Ressourcen optimal eingesetzt und genutzt werden. Ein Beispiel ist das Material: Hier stellt ein ERP dank intelligenter Materialbedarfsplanung und Beschaffung sicher, dass die Bestände weder zu hoch noch zu niedrig sind. Ähnliches gilt bei einer ERP-Lösung für die Fertigungsindustrie, welche für eine optimale Auslastung von Maschinen und Mitarbeitern in der Produktion sorgen kann.

Datensicherheit und Compliance

Jedes Unternehmen muss darauf bedacht sein, seine Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen und Gesetzesvorgaben sowie interne Regularien einzuhalten. Auch unter diesen Gesichtspunkten bietet ein ERP-System Unterstützung.

Integrierte Sicherheitsmaßnahmen

Moderne ERP-Systeme verfügen über verschiedene Mechanismen, um die Sicherheit von Daten zu gewährleisten. Zunächst sind dies mehrstufige Berechtigungskonzepte. Diese stellen sicher, dass Mitarbeiter nur auf die Daten zugreifen können, die sie für ihre Arbeit auch tatsächlich benötigen. Weiterhin bieten ERP-Hersteller in der Regel Back-up-Konzepte an, mit denen verlorene Daten im Notfall schnell wiederhergestellt werden können. Als besonders sicher gelten im Übrigen ERP-Systeme aus der Cloud, welche in deutschen oder zumindest europäischen Rechenzentren gehostet werden. Was zunächst widersprüchlich klingen mag, erklärt sich wie folgt: Cloud-ERP-Lösungen, die vom Anbieter lokal (Deutschland oder EU) betrieben werden, unterliegen den strengen Anforderungen der DSGVO. Somit ist der Schutz personenbezogener Daten sichergestellt. Hinzu kommt, dass professionelle Rechenzentren mit einer ganzen Reihe von IT-Security-Tools ausgestattet sind. Damit erreichen sie ein Sicherheitslevel, das gerade KMU im eigenen Hause kaum realisieren können.

Compliance-Lösungen

ERP hilft Unternehmen auch dabei, mit verschiedenen Regularien konform zu bleiben. Einige Beispiele sind Standards für die Finanzberichterstattung, branchenspezifische Dokumentationspflichten, die Konformität mit Normen (wichtig beispielsweise für die ISO-Zertifizierung) und die DSGVO-Konformität. Erreicht wird das hohe Compliance-Level, weil die Software vorgibt, wie Reporting- und Geschäftsprozesse ablaufen müssen. Ändern sich die gesetzlichen Vorgaben, so passen ERP-Anbieter ihre Software im Normalfall sehr schnell an, sodass die Konformität nicht verloren geht. Weiterhin lässt sich jede Transaktion im ERP-System überwachen und zweifelsfrei dokumentieren. Diese ausgeprägte Transparenz ist im Hinblick auf die Compliance ebenfalls von zentraler Bedeutung.

Skalierbarkeit und Flexibilität

Ein modernes ERP-System eignet sich nicht nur für die Unterstützung des aktuellen Geschäfts. Es lässt sich auch innerhalb kurzer Zeit an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Dies macht Unternehmen weitaus agiler und schlagkräftiger im Wettbewerb.

Anpassungsfähigkeit an das Unternehmenswachstum

Im Normalfall ist ein Unternehmen auf Wachstum ausgelegt. In einigen Fällen handelt es sich sogar um ein sehr schnelles Wachstum in kurzer Zeit. Wichtig ist in diesem Fall, dass die eingesetzten Systeme Schritt halten können. Bei moderner ERP-Software ist dies sichergestellt. Die Lizenzmodelle erlauben es in der Regel, neue Benutzer (oder sogar komplett neue Standorte) problemlos hinzuzubuchen. Vor allem trifft dies auf Cloud-ERP-Systeme zu. Hier können bei Bedarf auch IT-Ressourcen wie Speicherplatz oder Rechenleistung auf einfache Weise skaliert werden.

Modulare Erweiterungsmöglichkeiten

Flexibel sind professionelle ERP-Systeme nicht nur im Hinblick auf die Nutzeranzahl, sondern auch in puncto Funktionalität. Wichtig ist diese Eigenschaft beispielsweise, wenn Prozesse im Unternehmen aufgrund neuer Anforderungen schnell angepasst werden müssen, neue Produkte hinzukommen oder sich das Geschäftsmodell ändert. Flexible ERP-Software lässt sich in solchen Szenarien kurzfristig erweitern. Dies geschieht je nach Lösung entweder durch die Hinzunahme neuer Module, die Installation von Erweiterungen (Add-ons) oder die Integration von Drittanbieter-Tools über Schnittstellen (APIs).

Verbesserte Zusammenarbeit

Die reibungslose Kollaboration der Abteilungen und Teams ist für Unternehmen ein wichtiges Erfolgskriterium. Das gilt in Zeiten hybrider Arbeitsmodelle umso mehr. Erreichbar ist dieses Ziel jedoch nur, wenn alle Mitarbeiter in einem zentralen System zusammenarbeiten. ERP bietet hierfür exakt die passende Basis.

Einheitliche Plattform für Teamarbeit

ERP-Systeme sorgend dafür, dass alle Mitarbeiter eines Unternehmens auf der Grundlage einheitlicher Daten zusammenarbeiten – egal ob sie aus dem Vertrieb, dem Einkauf, dem Lager, der Produktion, dem Service, der Buchhaltung oder dem Personalbereich kommen. Gleichzeitig können Prozesse über die Grenzen von Abteilungen hinweg abgebildet werden. Systembrüche und entsprechende Reibungsverluste gehören damit der Vergangenheit an. Überdies ist jeder Mitarbeiter durch die All-in-one-Lösung im Hinblick auf aktuelle Geschäftsvorgänge stets Up to date. Auch räumlich verteilten Teams kommt diese Eigenschaft klar zugute.

Optimierung der Kundenkommunikation

Eine einheitliche Datenbasis ist selbstverständlich auch im Hinblick auf die Kundenkommunikation ein klarer Vorteil. So sind die Bereiche Vertrieb, Kundenservice und Instandhaltung beispielsweise in der Lage, Informationen zu teilen. Dadurch sind aktuelle Vorgänge, Kundenwünsche, Gesprächsinhalte und Probleme für alle Beteiligten stets transparent. Dies wiederum ermöglicht es, den Kunden in einheitlicher Weise anzusprechen und seine Bedürfnisse optimal zu erfüllen.

Business Intelligence und Analysen

Viele der aktuellen ERP-Systeme bieten umfangreiche Möglichkeiten für Analysen und Reports. Oft wird dies heute durch einen integrierten Business-Intelligence-Baustein gelöst, der fundierte Informationen in Echtzeit bereitstellt. Daraus ergeben sich mehrere Benefits.

Identifikation von Optimierungspotenzial

In einem ERP-System laufen die Informationen sämtlicher Unternehmensbereiche zusammen. Natürlich ist es daher naheliegend, diesen zentralen Datenpool für verschiedenste Analysen heranzuziehen. Mit Tools der Gattung Business Intelligence (BI) lässt sich dies sehr intuitiv umsetzen. Oft sind derartige Werkzeuge mit einer Reihe von Standard-Reports ausgestattet – beispielsweise zu Umsätzen, Deckungsbeiträgen und Kosten. Hinzu kommt häufig die Möglichkeit, die Analysen anzupassen oder sogar gänzlich neue Reports mit wenigen Klicks selbst zusammenzustellen. Letztere Option wird auch Self-Service-BI genannt und gilt als besonders flexibel.

Wichtig sind Business Intelligence und Analysen vor allem deshalb, weil sie eine solide Basis für unternehmerische Entscheidungen darstellen. Ebenso werden durch entsprechende Tools oft Optimierungspotenziale deutlich, die bisher im Verborgenen lagen. So können gezielt Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet werden. Inwiefern diese greifen, kann mithilfe von BI ebenfalls nachverfolgt werden.

Fazit

Zusammengefasst bietet ERP einen erheblichen Mehrwert für Unternehmen. Zunächst bringt ein gutes System finanzielle Vorteile mit sich, indem es die Effizienz steigert und Kosten reduziert. Gleichzeitig senkt es unternehmerische Risiken, da es das Konformitätslevel erhöht und sensible Daten schützt. Durch Skalierbarkeit und flexible Erweiterungsmöglichkeiten unterstützen ERP-Systeme weiterhin das Wachstum, die Agilität und die Zukunftssicherheit von Unternehmen. Die Zusammenarbeit in der Organisation verbessert sich durch den ERP-Einsatz ebenfalls deutlich, wodurch sich auch die Kundenorientierung optimieren lässt. Nicht zuletzt sorgen ERP-Lösungen für ein hohes Maß an Informationstransparenz, welches für fundierte unternehmerische Entscheidungen essenziell ist.

Zum Tragen kommen all diese Benefits allerdings nur, wenn sich Unternehmen für eine leistungsfähige Lösung entscheiden, die optimal zu ihren Anforderungen passt. Die Auswahl sollte daher strukturiert durchgeführt werden. Wichtig ist außerdem eine professionelle Implementierung. Hier ist neben einem guten Projektmanagement vor allem die Unterstützung durch den ERP-Partner erfolgskritisch.

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FAQ

Welche Vorteile bringt ein ERP-System konkret?

Sechs Effekte stehen im Vordergrund: höhere Effizienz durch verschlankte und automatisierte Prozesse, Kostenoptimierung, bessere Ressourcennutzung, Datensicherheit und Compliance, Echtzeit-Transparenz sowie eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Alle Effekte hängen daran, dass Prozesse und Daten in einem System zusammenlaufen.

Wie steigert ein ERP-System die Effizienz im Unternehmen?

Es bildet alle Geschäftsprozesse in einem zentralen System ab und stellt allen Beteiligten eine einheitliche Datenbasis bereit. Abläufe über Abteilungsgrenzen laufen dadurch schneller, Systembrüche und manuelle Datenübernahmen entfallen. Zusätzlich lassen sich Vorgänge automatisieren, etwa Bestellungen beim Erreichen des Meldebestands, die Verarbeitung von Eingangsrechnungen oder das Mahnwesen.

Was bringt die Echtzeit-Datenverfügbarkeit im Alltag?

Alle am Prozess Beteiligten sehen jederzeit, in welchem Status ein Vorgang steht. Aufwendige Rückfragen zwischen Abteilungen erübrigen sich, Doppelarbeiten aufgrund fehlender Informationen entfallen. Das entlastet vor allem Schnittstellen zwischen Vertrieb, Einkauf, Produktion und Buchhaltung.

Wo spart ein ERP-System Kosten ein?

Vor allem durch Rationalisierung und Automatisierung. Schnellere Abläufe senken den Personalaufwand, die Ablösung von Altsystemen reduziert IT-Kosten, weil moderne Software weniger Wartungs- und Anpassungsaufwand verursacht. Beim Umstieg auf ein Cloud-ERP entfallen zusätzlich die Kosten für eigene Server-Hardware.

Wie unterstützt ein ERP-System die Planung von Ressourcen?

Enterprise Resource Planning heißt Planung von Kapital, Personal, Material und Betriebsmitteln. Beim Material sorgt eine intelligente Bedarfsplanung dafür, dass Bestände weder zu hoch noch zu niedrig sind. In der Fertigung lassen sich Maschinen und Mitarbeiter gleichmäßiger auslasten.

Welche Sicherheits- und Compliance-Funktionen bietet ein ERP-System?

Mehrstufige Berechtigungskonzepte stellen sicher, dass Mitarbeiter nur auf die für ihre Arbeit nötigen Daten zugreifen. Dazu kommen Backup-Konzepte für die schnelle Wiederherstellung. Beim Thema Compliance unterstützt das System Standards der Finanzberichterstattung, branchenspezifische Dokumentationspflichten und Normkonformität.

Ist ein Cloud-ERP beim Datenschutz sicherer als ein eigener Server?

Häufig ja. Cloud-Systeme, die in deutschen oder europäischen Rechenzentren betrieben werden, unterliegen den strengen Anforderungen der DSGVO. Professionelle Rechenzentren sind zudem mit umfangreichen IT-Security-Werkzeugen ausgestattet und erreichen ein Sicherheitsniveau, das kleinere und mittlere Unternehmen im eigenen Haus kaum aufbauen können.

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  • Marius Fehring, Key Account Manager COBUS ERP/3

    Marius Fehring

    Key Account Manager

    marius.fehring@cobus-concept.de

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